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An der Stelle einer schon im
14. Jh. erbauten Kapelle „Unßer lieben Frawen" wurde im Jahre 1497 die
heutige Bühlwegkirche im spätgotischen Stil errichtet. Um 1500 erhielt
sie sieben Fresken und 14 Wandmalereien (in Tempera). Sie wurde
ausschließlich aus privaten Spenden erbaut und war der Schmerzhaften
Muttergottes geweiht.
Von Beginn an war die Kirche
Filialkirche der Offenburger Pfarrkirche. Zu Beginn der Reformation
erhielt sie zeitweise einen protestantischen Pfarrer; seit 1550 gehört
die Bühlwegkirche zur katholischen Kirche.
Immer wieder versuchten die
Ortenberger, ihre Kirche aus dem Pfarrverband Offenburg herauszulösen,
doch ohne Erfolg. Bis dahin mussten sie sich mit zwei Messen im Jahr,
Beerdigungen und 14-tägiger Kinderlehre begnügen.
Um 1730 gestaltete man den
Innenraum der Kirche, dem barocken Zeitgeschmack entsprechend,
vollkommen um. Drei neue Altäre wurden gebaut, die Stabdecke wurde
durch ein Stuckatur-Gewölbe ersetzt, und die Kirche erhielt einen Turm.
Die Wandmalereien wurden mit Gipsstuckaturen zugedeckt.
Ab 1763
musste der Gottesdienst erweitert werden, da die Bevölkerungszahl
rasant zugenommen hatte und außerdem eine Stiftung einen täglichen
Gottesdienst ermöglichte. Das führte dann auch dazu, dass die Bemühungen
der Ortenberger, die Bühlwegkirche als eigene Pfarrkirche zu erhalten,
Erfolg hatten. Auf Verfügung Kaiser Joseph II. wurde 1787/1788 Ortenberg
eigene Pfarrei.
Doch die Kirche erwies sich
schnell als zu klein und - mittlerweile fast 300 Jahre alt - auch als
baufällig. Man befasste sich mit dem Gedanken an einen Neubau, aber die
Wirren der Französischen Revolution von 1789 und ihre Auswirkungen bis
hin zu den Napoleonischen Kriegen führten immer wieder zu einer
Vertagung des Kirchenneubaues. 1820 war dann das kaum 100 Seelen
fassende Kirchlein für die 1400 Seelen zählende Gemeinde entschieden zu
klein.
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Mit dem Bau der Pfarrkirche
1824 im Dorf wurde die Bühlwegkirche wieder zur Filialkirche. 1827
wurden die Kirche und der Friedhof der politischen Gemeinde zugewiesen.
Der Ertrag des Opferstockes floss in die Gemeindekasse. Dem folgte eine
Vernachlässigung der Kirche, so dass diese schließlich in der zweiten
Hälfte des 19. Jh.s ziemlich verwahrloste. Ein Testament ermöglichte
1870 eine Renovation, wobei neue Fenster eingesetzt und ein neues
Gestühl errichtet wurden. 1889 wurde eine Glocke umgegossen und eine
neue angeschafft.
Die Mittel des
„Bartholomäusfond", eine Testamentsstiftung des Zunsweierer Landwirts
Bartholomäus Broß, und die Einnahmen des Opferstockes, die die Gemeinde
nach längerem Bitten der Kirche überließ, flössen 1902 in die
Instandsetzung der Kirche. Die Fenster wurden wieder in ihren
ursprünglichen (gotischen) Zustand versetzt, auch die barocken
Seitenaltäre erneuerte man im gotischen Stil. Bei der Abnahme des Putzes
kamen die alten Wandmalereien zum Vorschein, teilweise nur noch
undeutlich erkennbar, so dass einige Stellen ergänzt werden mussten. Um
die Fresken auch im oberen Teil freizulegen, wurde die Stuckdecke durch
eine Stabdecke aus Holz ersetzt. Die Decke im Chor blieb erhalten. Die
Gemälde erwiesen sich als so wertvoll, dass die Landesregierung 2600
Mark zur Restaurierung bereitstellte.
1950 begann man, die durch
die beiden Weltkriege entstandenen Schäden - vor allem an Dach und
Dachreiter - zu reparieren.
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